Aus Jockgrims wechselvoller Geschichte

1.-5. Jh.

Die spätere Jockgrimer Gemarkung ist Teil des römischen Tabernae

6. Jh.

Ein fränkischer Adliger gründet das Dorf Schweinheim als "Heim des Sweino"

1051, 15.3.

Kaiser Heinrich III. überlässt die Königskirche in "Sveninheim" mit der zugehörigen Ortsgemarkung den Bischöfen von Speyer

1176

Auf dem Hochufersporn zwischen Ober- und Niederschweinheim übt ein bischöflicher Oberfronhof zentrale Verwaltungsfunktionen aus

Nach 1180

Das "Eggenliet" ist eines der beliebtesten Heldenlieder am Oberrhein. Es macht den Südtiroler Bergjochnamen Jochgrimm "bis in die Wirtsstuben" bekannt

Um 1192/93

Kaiser Heinrich VI. macht die bischöflichen Bienwaldorte zu staufischen ,,Königsdörfern“. Zuziehende ,,Königsleute“ gründen auf Schweinheimer Gemarkung eine Fronhofsiedlung und verleihen ihr den Bergnamen des Heldenliedes Jochgrimm

 

Jockgrim im 16. Jahrhundert

Jockgrim im 16. Jahrhundert

1265

Nach dem Ende der Staufer und dem Rückkauf des Bienwaldes üben die Speyerer Bischöfe die unbeschränkte Landesherrschaft in den Königsdörfern aus

1360-1363

Das Dorf Jochgrim wird von Bischof Gerhard befestigt und zum ,,Stettlin“ erhoben. Die Schweinheimer siedeln mit ihren Wohngebäuden in das Städtchen über

1366, 19.4.

Eine Urkunde Kaiser Karls IV. nennt erstmals das ,,oppidum Jochgrim“

Um 1390

Bischof Nikolaus sichert die Kellerei Jochgrim durch eine Burg. Sie wird zeitweilige Residenz der Bischöfe von Speyer

Um 1422

Bischof Raban baut das Schloßgebäude, die Burganlage und die Ringmauer aus

1439

Die ,,alte“ herrschaftliche Ziegelhütte wird erstmals erwähnt

Um 1462

Die Jockgrimer Pfarrei St. Dionysius (,,vormals genannt zu Schweinheim“) erbaut ihre erste Pfarrkirche im Städtchen

1511

Wilhelm von Zeiskam wird ,,Amtskeller“ und erster ,,Burgvogt“ zu Jockgrim

1525

Im Bauernkrieg plündert der ,,Lauterburger Haufe“ das Bischofsschloss

1618-1648

Die Bevölkerung erlebt durch mansfeldische, schwedische und französische Soldateska die Greuel des Dreißigjährigen Krieges

1689

Vom französischen König als ,,Souveränitätsland“ beansprucht, entgeht der Bienwaldraum der Melacschen Verbrennung der Pfalz

Seit 1720

Jockgrim wächst durch Zuwanderung über seine Festungsmauern hinaus – das ,,Vorstädtel“ entsteht

1772

Gegen Fürstbischof und Domkapitel setzt die Gemeinde vor dem französischen Gerichtshof zu Colmar den Neubau ihrer Kirche durch

 

Ziegelei Ludowici im um 1900

Ziegelei Ludowici im um 1900

1793

Massenflucht vor der französischen Revolutionsarmee. Mit der Emigration des Amtskellers Longatti endet die 742jährige Ortsherrschaft der Bischöfe von Speyer

1813-1818

Die drei Zugbrücken und die Festungstürme der Stadtmauer werden abgerissen, die Burggräben aufgefüllt

1816

Nach dem Sturz Napoleons kommt Jockgrim an das Königreich Bayern

1828-1834

Im Vorstädtel entsteht ein Gemeindehaus, im Vorderstädtel das neue Pfarrhaus und am Hatzenbühler Weg (Bahnhofstraße) ein weiterer Friedhof

1841

An der Stelle des ehemaligen Schlosses steht nun das neue Schulhaus

1848-1852

Die Auswanderung aus Jockgrim erlebt einen neuen Höhepunkt.Zur Bekämpfung der Armut wird eine lokale ,,Hilfskasse“ gegründet

 

Am Torberg um 1900

1874

An der neuen Eisenbahnstrecke erhält Jockgrim einen eigenen Bahnhof

1883

Wilhelm Ludowici schafft durch die Ansiedlung seiner Ziegelfabrik Arbeitsplätze

Nach 1918

Trotz der Rückschläge durch den ersten Weltkrieg und die spätere Weltwirtschaftskrise wird Jockgrim immer mehr zu einem ,,Zieglerdorf“. Die Firma Ludowici entwickelt sich zum größten Dachziegelwerk Deutschlands

1961

Die Volksschule verlegt ihren Sitz in den neuen Ortsteil ,,Am Schelmenwald“

1965-1968

Die Ansiedlung der Daimler-Benz AG/Wörth beschleunigt den Niedergang der Jockgrimer Ziegelindustrie. Jockgrim wird zu einer ,,Wohn- und Pendlergemeinde“ Maximilianstraße um 1907, im

1968

Einweihung der St. Georgs-Kirche und Errichtung eines neuen Pfarrhauses

 

Maximilianstraße um 1907, im Hintergrund die Babette-Ludowici-Stiftung

Maximilianstraße um 1907, im Hintergrund die Babette-Ludowici-Stiftung

1971

Gründung der protestantischen Kirchengemeinde

1972

Jockgrim, Rheinzabern, Hatzenbühl und Neupotz vereinigen sich zur „Verbandsgemeinde Jockgrim“. Die Firma Ludowici stellt ihre Tonziegelproduktion ein

Seit 1977

Das restaurierte ,,Zehnthaus“ entwickelt sich zu einem Kunst- und Kulturzentrum. Die Fluren ,,Waldäcker“, ,,Oberer Ziegelberg“ u.a. werden zu neuen Wohngebieten

 

Luftaufnahme aus dem Jahre 1958

Luftaufnahme aus dem Jahre 1958

1988

Um das neue ,,Bürgerhaus“ soll ein Ortszentrum entstehen. Die Pläne für ein nahes Rathaus der Verbandsgemeinde mit einem Ziegelei-Museum sind fertiggestellt.

1989

Vor dem Bürgerhaus findet auf dem ehemaligen Gelände der Ziegelfabrik ein internationales Bildhauersymposion statt. In seinen steinernen Zeugen dokumentiert sich einmal mehr der tiefgreifende Strukturwandel, den die Gemeinde vor allem in den beiden letzten Jahrzehnten erfahren hat

1992

Einweihung Bürgerpark

1993

Neues Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde mit „Kunst am Bau“ der Jockgrimer Künstler Professor Karl-Heinz Deutsch, Bettina Kreßlein, Alexandra Deutsch, Friedrich Riedelsberger und Karl-Roland Ziellenbach 

 

1994

Fertigstellung der Kindertagesstätte Schwalbennest  

Gedenkstein am Römerbad   

1996

Eröffnung des Ziegeleimuseums 

1998

Eröffnung des Seniorenheims in der Buchstraße

Die Mallersdorfer Schwestern werden nach 90 Jahren in Jockgrim ins Mutterhaus zurückberufen 

Die Untere Buchstraße wird durch den Erwerb des Teilstückes im ehemaligen Ziegeleigelände durch die Gemeinde durchgängig 

1999Gewerbegebiet Mittelweg 
2001

Weihe des von Pfr. Alfons Gebhart gestifteten Kreuzweges am Schweinheimer Kirchel 

Erweiterungsbau Zehnthaus

Bücherei und Jugendtreff 

2002

Restauriertes Kugelhaus ergänzt Ziegeleimuseum 

Namensgebung Lina-Sommer-Grundschule 

2006

Radweg Jockgrim – Wörth 

Ernennung von Richard Werling zum Ehrenbürger 

2010

Fertigstellung Ortsrandstraße zur Entlastung des Innerortes 

Neubaugebiet Waldäcker mit 200 Bauplätzen

Stadtbahn Karlsruhe – Germersheim mit Haltepunkt in Jockgrim 

2014

Neugestaltung der Ausstellung des Ziegeleimuseums 

Haus Untere Buchstraße 20 als Erweiterung des Ziegeleimuseums und für die Volkshochschule

2015750-jähriges Ortsjubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen

Text bis 1993: Dieter Rasimus